Gesunder Darm in Balance: Bekommt Ihrer, was er braucht?

Stress, zu wenig Bewegung, falsche Ernährung – und der Darm reagiert wie ein Seismograph: Mit Völlegefühl, Schmerzen und auf Dauer chronischen Beschwerden, Durchfall und Verstopfung. Eigentlich wissen wir längst, dass wir das Übel an der Wurzel packen, also gesünder leben müssen. Doch der Alltag hält uns im fest Griff: Von heute auf morgen alles umkrempeln? Unmöglich. Also schieben wichtige Veränderungen vor uns her, während unsere Darmfunktion weiter leidet. Gewusst? Ihr Darm freut sich schon über kleine Schritte, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen.

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Übersäuert: Zuviel des Falschen stört die Harmonie

 

Ein gesunder Darm ist Lebensqualität. Wo er erkrankt, spüren wir den Verlust sofort. Ein kranker Dünndarm schafft es nicht länger, lebenswichtige Nährstoffe effektiv aufzunehmen und ins Blut abzugeben – egal, wie gut Magen, Zwölffingerdarm und Verdauungsenzyme ihre Vorarbeit beim Aufspalten der Nahrung leisten. Ist dieser Prozess gestört, leiden auch Dickdarm und Mastdarm, mit Entziehen von Flüssigkeit bzw. anschließender Speicherung des Stuhls beschäftigt. Darmerkrankungen zeigen: Hier kippt die Balance – zwischen dem, was unser Organismus braucht und dem, was uns krank macht. Was braucht Darmgesundheit? Zum Beispiel einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, durch die ausgewogene Aufnahme basen- und säurebildender Nahrung, bei möglichst geringer Zufuhr von künstlichen (Konservierungs-)Stoffen, Schwermetallen, Pestiziden und Medikamenten. Wir fühlen uns schlapp – weil sich der Darm erfolglos müht, das Übermaß an Säuren, Abfallprodukten und Giftstoffen komplett auszuleiten. Also weg mit säurebildenden Lebensmitteln mit hohem Eiweißanteil? Leider ist unsere Ernährung stark durch tierische Produkten geprägt, von Fleisch und Wurstwaren bis zu Milchprodukten, aber auch Säurebildnern wie Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol. Reduzieren hilft bereits Entsäuern – zugunsten basenbildender pflanzlicher Lebensmittel wie Kräutertees, Kartoffeln oder Gemüsesäften. Basenbildende Nahrungsergänzungen mit Mineralien und Spurenelementen wie Calcium, Kalium, Magnesium, Chrom, Selen und Zink (bei Durchfall leider verstärkt ausgeschieden) unterstützen dabei.

 

Genug des Guten: Enzyme und Vitamine

Nur ein Darm, der all das erhält, was er für sein Funktionieren braucht, ist und bleibt gesund. Da, besonders im Alter, die Produktion verdauungswichtiger Stoffe zurückgeht, macht es Sinn, diese ergänzend zuzuführen. Wie natürliche Enzympräparate, die eigene Verdauungsenzyme ergänzen und die Nährstoffaufnahme verbessern können. Dabei zeichnen Proteasen für die Eiweißverdauung, Lipasen für die Fettverdauung und Amylasen für die Verdauung von Kohlenhydraten verantwortlich. Ohne Lactase keine Milchzuckerverwertung, ohne Cellulasen keine Verträglichkeit pflanzlicher Rohkost! Auch eine durch Alkohol, Antibiotika oder Cortisoneinnahme beeinträchtigte Darmflora lässt sich durch probiotische Kulturen oder Probiotika in Kapselform stärken. Bei bereits chronischen Darmerkrankungen wie Reizdarm (RDS), die mit Bauchschmerzen, Durchfällen und Verstopfungen einhergehen, können Vitamine Linderung bringen. Wie Vitamin D – laut einer in der Fachzeitschrift BMJ Open Gastroenterology im Jahr 2015 veröffentlichte Studie: Bei dieser an der Universität Sheffield durchgeführten Untersuchung zeigten 81 % der Probanden einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel – bei den schwersten Symptomen war dieser am geringsten.

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Das Immunsystem sitzt im Darm

Kein starkes Immunsystem ohne gesunde Darmflora! Gut so, denn so lässt sich Einfluss nehmen – mit der richtigen Ernährung. Die immunschwächende Wirkung ungesunder Ernährung manifestiert sich dagegen in Form wiederkehrender viraler und bakterieller Infekte, nicht selten von Durchfall begleitet. Auch, wenn Sie bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen, aber nicht verzichten möchten, rächt sich Ihr Immunsystem. Was also stärkt Ihre Immunabwehr? Zum Beispiel eine Ernährung, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Hier längst kein Geheimtipp mehr: Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl, denn es enthält neben Vitaminen und Spurenelementen zu fast 60 Prozent wertvolle Linolsäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Schwarzkümmelöl, ob pur oder in Kapselform, bringt die Verdauung in Schwung. Wie Studien aus Saudi-Arabien belegen, wo man Magen-Darmerkrankte 2010 mit Schwarzkümmelölextrakt – anstelle von Antibiotika – erfolgreich behandelte.

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Fettverdauung ankurbeln – Traubenkernöl, Knoblauch, Krillöl

Reich an Vitamin E, gilt auch Traubenkernöl als immunstärkender Radikalfänger, der überdies entzündungshemmende Wirkung entfaltet und im Ruf steht, durch das enthaltene  Phospholipid Lezithin die Fettverdauung zu befeuern. Auch Knoblauch zieht gegen Freie Radikale (schädliche Sauerstoffverbindungen) ins Feld, denn er enthält viel Alliin, eine schwefelhaltige Aminosäure. Wird frischer Knoblauch zerkleinert, verwandelt sich Alliin zum gesundheitsfördernden Allicin – und im Körper zu Sulfensäure, bereit, mit Freien Radikalen zu reagieren. Darüber hinaus ist die antimykotische und antibakterielle Wirkung von Knoblauch unbestritten, der vermutlich auch die Aktivität von Entgiftungsenzymen verstärkt. Eine wahre Kraftknolle also, die allerdings nicht jedes Verdauungssystem gleich gut verträgt. Kein Problem, aber Sie stört der „Duft“? Knoblauchkapseln sind die Alternative der Wahl. Äußerst gut verträglich ist  Krill Öl Anders als Fischöl verursacht Krill Öl kein fischiges Aufstoßen, aber unterstützt die Fettverdauung bei verminderter Gallensaftproduktion.

Verstopfter Blähbauch & Co.? Hilfe zur Selbsthilfe

Oft gehört, trotzdem noch einmal: Trinken Sie viel, ernähren Sie sich vitamin- und ballaststoffreich, regelmäßig und zu festen Zeiten. Außerdem liebt Ihr Darm die Bewegung! Keine Zeit? Überlisten Sie ihn mit einer kleinen Illusion davon – massieren Sie Ihren Bauch, kreisend und im Uhrzeigersinn. Weiteres probates Mittel gegen Blähungen ist bewusstes, langsames Essen und gründliches Kauen. Probieren Sie es aus: Je kleiner die Nahrung, desto größer die Angriffsfläche für Verdauungsenzyme, hier wirksam zuzupacken – und umso flacher Ihr Bauch! Trotzdem tagelang verstopft? Widerstehen Sie der Versuchung, dauerhaft auf rezeptfreie Abführmittel zu setzen, die Ihren trägen Darm nachhaltig schädigen, indem sie ihm die Arbeit abnehmen. Packen Sie besser die Ursachen an. In der Zwischenzeit bringt oft schon ein Mini-Einlauf (Irrigator) mit 200 ml lauwarmem Wasser Erleichterung.

 

Durchfälle – ist es Zöliakie?

Immer abgeschlagen? Durchfall und Verstopfung schwächen. Aber nicht immer ist es gleich Zöliakie, wenn Sie auf Gluten, das Klebereiweiß in vielen Getreideprodukten, empfindlich reagieren. Glutenfrei? Mais, Reis, Hirse, Buchweizen oder Amaranth. Falls Sie dagegen Milchprodukte und ihr Eiweiß Lactose als Ursache Ihrer Durchfälle vermuten: Machen Sie den Selbstversuch, indem Sie diese eine gute Woche lang weglassen bzw. zum Teil ersetzen. Wie geht es Ihnen? Übrigens: Auch Flohsamenschalen stoppen den Durchfall. Echte Wasserspeicher, verfestigen Sie den Stuhl auf natürliche Weise. Apropos fest – auch zu viel Ballast in Form von Vollkornbackwaren sollten Sie abwerfen. Nicht jeder Darm kommt damit zurecht – nutzen Sie Kokosmehl, Erdmandeln, Chiasamen oder Gerstengraspulver. Ein Esslöffel des – gut verträglichen – Kokosmehls liefert fünf Gramm Ballaststoffe, ohne Ihren sensiblen Darm zu überfordern.

Hand holding toilet paper at home

Mit Darmproblemen abfinden? Ab jetzt nicht mehr. Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt – und wird irgendwann selbstverständlich Teil des Alltags! Werden Sie aktiv, darmgesünder, fitter – fühlen Sie sich einfach wohl! Denn das wünschen wir Ihnen.